Historie des SV Schmallenberg/Fredeburg

1920-1930

Mit Sicherheit haben lange Jahre vor der Vereinsgründung 1920 junge Menschen auf der grünen Wiese oder einem anderen größeren freien Platz versucht, Fussball zu spielen. Junge Schmallenberger Sportler wollten den fairen Wettkampf im Verband und gründeten folgerichtig einen Fussballverein in Schmallenberg. Zu den Gründervätern gehört unter anderem Franz Holthaus, der Mitte der Neunziger Jahre im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

 

-Auszug aus der Sitzung der Stadtvertretung vom 12.08.1921-

Der Antrag des Rasenspielvereins Schmallenberg vom 6.Mai d.Js. auf Zuweisung einer Unterstützung wird vorgetragen. Stadtvertretung erkennt an, daß die sportliche Betätigung unterstützt werden muss. Zur Ausübung der Sporttätigkeit ist die Beschaffung eines geeigneten Platzes erforderlich; solchen will die Kirchengemeinde "auf der Lake" zur Verfügung stellen. Dieser Platz besteht aus 5 Parzellen, deren Pachtgeld duchschnittlich 1000 Reichsmark jährlich aufbringt. Dieser Platz soll allen Vereinen  und auch den Schulen zu ihren Übungen  dienen, weshalb die Stadt wohl verpflichtet ist, die Pachtsumme auf der Stadtkasse zu übernehmen. Stadtvertretung beschließt dementsprechend diese Summe.

 

 


1931-1940

Erster Vorsitzender war Bruno Glade, der sich wie folgt erinnerte: " Meine erste Sorge galt einer einfachen Umzäunung des Spielplatzes, die wir selbst herstellen wollten. Von der Stadt erhielten wir Fichtenstangen. Aber zur freiwilligen Arbeit traten die Mitglieder nicht an, sie wollten nur spielen. Die Wunden des ersten Weltkrieges verheilten nur langsam, die Inflation machte auch im Schmallenberger Raum das Leben recht beschwerlich. Die Rasensportler wurden in dieser schweren Zeit durch verschiedenste Sammlungen unterstützt, durch Sach- und Geldspenden der Schmallenberger Bevölkerung. Der Spielbetrieb verlief recht positiv, man schaffte 1925 den Aufstieg in die Gauklasse. In den folgenden Jahren ging es bergauf-bergab, der Vorsitz wechselte und man schloß sich 1928 der DJK an. Aus einem reinen Fussballverein wurde somit ein Sportverein mit Leichtathletik.


Dokumente aus der Zeit 1930-1940


1941-1950

Schon ein paar Monate nach Abklingen der Kriegswirren bahnte sich ein neuer Beginn im Schmallenberger Fußballbetrieb an. So kam es 1945 zu einer friedlichen Begegnung mit englischen Besatzungssoldaten. Das solches möglich war und das sich die alten Fußballfreunde rasch wieder sammelte, ist nicht zuletzt den Verdiensten von Josef Wahle, Karl Heinz Dommes und Lorenz Althaus zu verdanken. Im Jahre 1946 entschloss sich eine Versammlung im Cafe König, aus organisatorischen Gründen einen Zusammenschluss mit dem Turnverein 1890 einzugehen. Vorsitzender des Turn- und Sportvereins wurde Lorenz Althaus. Bereits im ersten Jahr eines geordneten Spielbetriebes gelang der Sprung in die 1.Kreisklasse.

 

Glanzzeit der "Husaren"

Ein Vorstandswechsel im Sommer 1949 -Vorsitzender wurde Albert Falke, sein Stellvertreter Anton Schweins -

leitete eine glückliche Entwicklung für die Schmallenberger Fußballkicker ein. Unter Anleitung ihres tüchtigen Trainers, des Sportlehrers Wilhelm Schilling, den Albert Falke von Bad Pyrmont an die Lenne geholt hatte, erwarben sie den ehrenvollen Beinamen "Husaren".

 

Krönung des sportlichen Geschehens dieser Zeit war der Gewinn der Herbstmeisterschaft in der Bezirksklasse, in die man 1950 gerade aufgestiegen war. Das sich die Schmallenberger Elf in der Schlussabrechnung um die Meisterschaft dann doch nur auf dem zweiten Platz hinter Arnsberg platzierte, kann nicht über die Tatsache enormer Leistungssteigerung hinwegtäuschen.


1951-1960

09.09.1953 Einweihung des Sportplatzes am Wormbacher Berg mit Sportpresse
09.09.1953 Einweihung des Sportplatzes am Wormbacher Berg mit Sportpresse

In diese Zeit fußballerischer Blüte fällt ein erwähnenswertes Ereignis: Hatte man bereits 1945 ein freundschaftliches Treffen auf dem Rasen gegen eine englische Besatzungsauswahl arrangieren können, so war es dem TuS Schmallenberg als erstem westdeutschen Verein vergönnt, im Jahre 1951 eine namhafte französische Amateurmannschaft - US Metro Paris - zu einer freundschaftlichen Begegnung in Schmallenberg zu verpflichten. In einer technisch und kämpferischen hochstehenden Partie sah man die Schmallenberger Elf am Ende mit 2-1 Toren vorn.

1951 ging vom TuS Schmallenberg die Initiative aus, auf dem Wormbacher Berg einen neuen Sportplatz zu bauen. Die Stadt unterstützte gern die Initiative und stellte ein Waldgrundstück zur Verfügung. 1953 konnte der neue Platz bespielt werden. Die Oberfläche bestand aus schwarzer Asche. Zu den Baukosten von etwa 30000 DM hatte die Stadt 12000 DM beigesteuert. Außerdem übernahm sie die Rückzahlung des vom TuS Schmallenberg aufgenommenen Darlehens.

Auch dieses Problem gab es damals schon.
Auch dieses Problem gab es damals schon.

War es doch hier auf dem Wormbacher Berg besser als auf der Lake, ideale Zustände herrschten aber noch nicht. Der Platz wurde uneben, das Oberwasser konnte nicht abfließen. 1960 ging die Stadtvertretung nun daran, endgültig das Sportplatzproblem in Schmallenberg so zu lösen, dass diese Lösung auch für die Zukunft Bestand haben sollte. Man entschloss sich, beide Sportplätze- den am Wormbacher Berg und den auf der Lake- auszubauen, um so Voraussetzungen für eine Intensivierung des Vereinssportes wie des Schulsports zu schaffen.


1961-1970

Die Schmallenberger Sportplätze genügten den Anforderungen nicht mehr, daher stellte die Stadtverwaltung die Weichen auf Ausbau der Sportstätten für Schul- und Vereinsbetrieb. 1964 war es dann soweit: Beide Plätze, Wormbacher Berg und Lake, wurden nach Ausbau vom Bürgermeister Paul Falke übergeben. Im olympischen Jahr war man selbstverständlich besonders erfreut, zwei überholte, verbesserte Sportstätten den Sportlern bieten zu können. Die Einweihung der beiden Sportstätten geschah im Zusammenhang mit größerem sportlichen Veranstaltungen. Unter anderem standen sich die Mannschaften von Borussia Dortmund und Westfalia Herne gegenüber, die sich nach fairem Spiel 2-1 trennten. Eintracht Gelsenkirchen schlug die Sportfreunde Siegen mit 3-2 Toren.

 

Ob die Sanierung der Platzverhältnisse der alleinige Grund für den Wiederaufstieg in die Bezirksliga im Jahre 1965 war, mag dahingestellt sein. Die "Westfalenpost" berichtet am 15.07.1965 unter dem Titel " Die Zinsen für hervorragene Sportplätze" u.a.:

 

"Der Aufstieg in die Bezirksklasse bestätigt auf besondere Weise, wie sehr es sich gelohnt hat, der Jugend in Schmallenberg zwei hervorragene Sportstätten zu bauen, sagte der 1. Vorsitzende des SC Schmallenberg bei seiner Begrüßungsansprache anlässlich der Feier zur Erinnerung der Kreismeisterschaft. Kaspari sagte damit zugleich Dank an den Rat der Satdt, der sich um die Jugend besondere Dienste erworben hat.

Leider erfolgte im Jahre 1966 gleich wieder der Abstieg, was die Verantwortlichen damals wohl veranlasste über eine Fusion mit der DJK nachzudenken. Zwei Sportvereine, mit Hauptgebiet Fussball, waren für die Stadt Schmallenberg nicht mehr länger vertretbar, wenn man oben mitspielen wollte. Der Zusammenschluss erfolgte 1967, in zwei außerordentlichen Generalversammlungen wurden die benötigten Mehrheiten gefunden und die Beschlüsse gefasst. Alle Beteiligten erhofften sich eine Leistungssteigerung, die auch nicht ausblieb. 1968 stand die erste Fussballmannschaft bereits 3 Wochen vor Ende der Spielserie als Kreismeister fest. In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, dass der SC 1920 stets um die Nachwuchsförderung bemüht war, sich immer stark engagierte. Ein herausragendes Beispiel für diese gute Jugendarbeit stellt der Spieler Manfred Wolf dar, der 1968 von Schmallenberg nach Münster wechselte und sich in der dortigen Regionalligamannschaft auf Anhieb einen Stammplatz erspielte.

 

 


1971-1980

Dieses Jahrzehnt stand ganz im Zeichen der Fusion zwischen dem damaligen SC Schmallenberg und der Fussballabteilung des TV Fredeburg. Nach mehreren inoffiziellen Gesprächen zwischen Vorstandsmitgliedern beider Vereine wurde die erste Fusionssitzung am 19.03.73 im Gasthof Brüggemann in Schmallenberg abgehalten. Gegenstand der Beratungen war zunächst nur die Zusammenarbeit innerhalb der Jugendabteilungen beider Vereine. Doch schon nach kurzer Diskussion kristallisierte sich heraus, ein Zusammengehen mit allen Mannschaften, auch im Seniorenbereich, ist sinnvoll. Nach Rücksprache mit ihren Vorständen traf sich der Fusionsausschuß bereits am 09.04.1973 im Fredeburger Hof in Fredeburg wieder. Der SC Schmallenberg hatte folgende Mitglieder zu den Fusionsgesprächen entsandt: Franz Josef Voss, Norbert Franzes, Albert Klauke, Wolfgang Gerdel und Georg Gerbe. Der Auschluß des TV Fredeburg setzte sich wie folgt zusammen: Reinhold und Bernie Vogt, Alex und Werner Hoffmann, Hans Grebe, Hans Georg Vogt-Sasse und zunächst noch Fritz Eiben.

 

 

Da beide Vorstände grünes Licht zum Fusionsgespräch  der Gesamtvereine gegeben hatten, ging es in diesem und den folgenden Gesprächen nur noch um diese Frage. In allen weiteren Sitzungen am 18.04.73, am 24.04.73, am 02.05.73 und am 14.05.73 wurde die geplante Fusion in allen Einzelheiten besprochen. "Es wurde hart, aber in aller Sachlichkeit diskutiert", heißt es in einer zusammennfassenden Wertung im Protokoll der letzten Sitzung des Fusionsauschusses. Am 18.05.73 entschieden dann, in getrennten außerordentlichen Hauptversammlungen, die Mitglieder beider Vereine über den Zusammenschluss. Während in Schmallenberg, von 117 Anwesenden , 101 Mitglieder ihre Zustimmung gaben, konnte in Fredeburg nach erstem Scheitern, erst in einer zweiten durch Unterschriftenaktion herbeigeführtem Versammlung, am 01.06.73 die geforderte Mehrheit erreicht werden. In der Gründungsversammlung am 08.06.73 wurden dann die Weichen für die Fussballzukunft gestellt.


1981-1990

Nach dem sofortigen Abstieg aus der Landesliga ging es ab der Saison 1975/76 wieder bergauf, und die Mannschaft schaffte den Wiederaufstieg, ja sogar im Jahre 1982 den Sprung in die Verbandsliga, wo sie gegen renommierte Vereine wie SV Holzwickede, RW Unna, SG Wattenscheid oder Lüner SV antreten musste. Mit 45-13 Toren und 31-33 Punkten schloss man die Serie ab und konnte sich auf ein weiteres Jahr Verbandsliga freuen. Doch diese Freude währte nur 1 Jahr, und im Jahre 1984 waren die Kicker wieder in der Landesliga. Sechs Jahre konnte sich die Mannschaft in dieser Klasse halten, musste dann aber 1990 wieder in die Bezirksliga absteigen.


1991-2000

Mannschaftsfoto Saison 1999/00
Mannschaftsfoto Saison 1999/00

In den neunziger Jahren war man oft auf dem Sprung zurück in die Landesliga. Doch der große Coup sollte erst Jahre später gelingen. In der Saison 1997/98 spielte man eine grandiose Saison, musste sich aber am Ende SW Suttrop geschlagen geben. Immer wieder gehörte man zum engeren Favoritenkreis in der Bezirksliga Gruppe 5, auch die Voraussetzungen mit gut zusammen gestellten Mannschaften und Trainern, sowie einem tollen Umfeld waren gegeben. Der Bau des neuen Vereinsheimes war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des SV.


2001-2017


Mannschaftsfoto 2004/05
Mannschaftsfoto 2004/05

Auch in der jüngeren Vergangenheit zunächst das gleiche Bild, wie im Jahrzehnt bevor. Immer wieder klopfte man an der Tür der Landesliga an. Im Jahre 2000/01 musste man sich dem späteren Meister, dem SuS Langscheid/Enkhausen(73 Punkte) mit 71 Punkten am Ende der Saison geschlagen geben. Dieses war besonders bitter, wenn man die Anzahl der Punkte berücksichtigt. Doch es gab auch eine Saison in der man sich erst kurz vor Saisonschluß den Klassenerhalt sichern konnte.

So dauerte es bis zur Saison 2008/09 um sich den großen Wunsch Landesliga zu spielen, erfüllen konnte. Unter dem Trainer Dieter Richard und einer blutjungen Mannschaft gewann man völlig verdient die Meisterschaft vor dem VfB Marsberg. Nach dem Aufstieg spielte man zwei Jahre in der Landesliga, darauf folgte der Gang zurück in die Bezirksliga. Mit durchschnittlichen Platzierungen landete man in den folgenden Jahren immer im Mittelfeld der Tabelle. 2016 stieg man dann nach einer bitteren Saison erstmals in die A-Liga ab.

Meistermannschaft 2008/09 Hintere Reihe von links: Trainer Dieter Richard, Alex Uting, Sebastian Schauerte, Max Jungblut, Fatlum Dervisholli, Ümit Düz, Christopher Dicke, Marcel Brunert, Sebastian Uting, DAvid Okon, Jonas Schmidt, Betreuer Martin Mengel

Untere Reihe von links : Betreuer Nobby Psiuk, Cüynet Kuru, Fabian Göddeke, Medini Üzer, Yannik Bludau, Mevlut Üzer, Julian Steringer, Arda Tünay, Carl Rosenhagen, Dariuz Okon, Lukas Okon, Stefan Schauerte